31

USA, 2016 / 102 Min.

Regie: Rob Zombie

Darsteller: Malcolm McDowell, Richard Brake, Jeff Daniel Phillips, Meg Foster, Sheri Moon Zombie

Eine Gruppe von Aussteigern und Lebenskünstlern reist in einem Wohnmobil durchs Land. Sie werden entführt und finden sich in einem bizarren Spiel wieder, in dem sie sich gegen Kettensägen schwingende Killerclowns, böse Deutsche und einen Nazizwerg beweisen müssen. Wer zwölf Stunden überlebt, hat gewonnen und darf am Leben bleiben…

Regisseur Rob Zombie (HALLOWEEN [Remake], HAUS DER 1000 LEICHEN) wird oft als Spezialist für das moderne Grindhouse-Kino gehandelt. In seinem neuesten Werk macht der Mann mit der Zottelmähne diesem Ruf alle Ehre. So präsentiert sich "31" als dreckiger Metzelmarathon voller Rednecks und degenerierter Hillbillys. Die Geschichte um die gestörte Sekte, die jährlich in irgendeinem abgelegenen Areal ein Folterfest abhält, macht relativ wenig Sinn, erinnert aber trotzdem an eine Hinterwäldler-Version von RUNNING MAN, SURVIVING THE GAME und HARD TARGET. Vergleiche zu dem okkult angehauchten Roadmovie VIER IM RASENDEN SARG kommen auch in den Sinn.
Trotz aller Verderbtheit und Folter fällt "31" verhältnismäßig zahm aus. Da hat man Rob Zombie schon gröber erlebt.

Der Cast verdient einen genauen Blick. Zombie-Gattin Sheri Moon (HALLOWEEN, DEVIL’S REJECTS) ist freilich wieder mit an Bord. Ohne sie geht bei Rob Zombie gar nichts. Jeff Daniel Philipps (WESTWORLD [Serie]) kennt man aus LORDS OF SALEM. Daneben gräbt Rob Zombie alte Genre-Koryphäen wie Meg Foster (SIE LEBEN!, MASTERS OF THE UNIVERSE) und Ex-Erotikstar Ginger Lynn aus. Mensch, sind die alt und runzelig. Malcolm McDowell (CLOCKWORK ORANGE) ist als Leiter des

rohen Foltersports souverän. Ein besonderes Lob gilt Richard Brake (HANNIBAL RISING, BATMAN BEGINS) in der Rolle des Trailer-Park-Killers “Doom-Head”. Ein psychopathischer Supersadist, für den Töten ein Hochgenuss ist. Er erinnert mit seiner verschmitzten Coolness an Trevor aus GTA 5.

 

"31" ist kein Highlight der Filmgeschichte, auch nicht in Punkto Torture- und Terrorkino. Der Film bietet gediegene Grindhouse-Unterhaltung. Ohne Tiefgang, ohne Höhenflüge und ohne Nachhall. Eingefleischte Rob-Zombie-Fans mögen vielleicht enttäuscht sein und "31" als müden Versuch abstempeln, an Glanzzeiten von HAUS DER 1000 LEICHEN heranzukommen. Ein Händchen für freakigen Redneck-Horror hat der Herr Zombie aber allemal.

 

Fazit:Hellbilly Delight!

Bilder: © Copyright Tiberius Film