ALIEN: COVENANT

Australien, GB, Neuseeland, USA, 2017 /122 Min. 

Regie: Ridley Scott

Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, James Franco, Danny McBride

ALIEN – Quo vadis?

 

Ein Raumschiff mit Kolonisierungsauftrag fängt mitten in den unendlichen Weiten des Alls einen Hilferuf auf. Da dieser von einem erdähnlichen Planeten kommt, der theoretisch als neue Heimat dienen könnte, folgt die Crew dem Ursprung des Signals. Auf dem Himmelskörper stößt die Weltraummannschaft nicht nur auf Weizen, sondern auch auf den Androiden David (Michael Fassbender), der seit Jahrzehnten an einer gottähnlichen Schöpfung bastelt…

 

ALIEN: COVENANT – heiß erwartet und doch gefürchtet. Gefürchtet, weil vielleicht mit herben Enttäuschungen verbunden. Vieles kann schiefgehen und die Qualität der alten ALIEN-Filme schwebt in unerreichbaren Höhen. Doch kann es nach dem kontroversen, viel diskutierten PROMETHEUS eigentlich nur besser werden. Oder nicht?

 

ALIEN: COVENANT bietet genau die Old-School-Alien-Action, die man sich wünscht. Facehugger und Chestbuster. Sabbernde Aliens und dicke Eier. Es wird ordentlich schleimig und blutig – oder zumindest um ein vielfaches blutiger als in PROMETHEUS. Dazu Neuerungen wie ein Albinoalien, Sporenbefruchtung und Konstrukteure. Ob das Sinn macht sei mal dahin gestellt. 

Vor allem als Fan der ersten ALIEN-Teile erlebt man COVENANT als Rückbesinnung auf wahre Werte. Eine hitzköpfige Crew wie in ALIENS - DIE RÜCKKEHR. Ein Android mit Fehlfunktion. An den Wänden Skizzen von H.R. Giger. Insbesondere die weibliche Hauptfigur Daniels (Katherine Waterston, PHANTASTISCHE TIERWESEN, BOARDWALK EMPIRE) weckt Erinnerungen an bessere Zeiten. Eine starke Frauenfigur, die mit Waffen und Maschinen umgehen kann und den intergalaktischen Killern die Stirn bietet. Ripley lässt grüßen. 

Es gibt ein Wiedersehen mit dem Androiden David (Michael Fassbender, INGLORIOUS BASTERDS, SHAME). Zu ihm gesellt sich Walter (auch Fassbinder), ein Doppelgänger und Folgemodell. In weiteren Rollen die Blödelbarden James Franco und Danny McBride (beide: ANANAS EXPRESS, THIS IS THE END). Beide können anscheinend auch ernst. 

 

„Country Roads, Take Me Home To The Place I Belong…“

 

Der John-Denver-Song deutet es an. So nämlich das Notsignal, das die Crew um Daniels auffängt. Es ist nicht nur ein Hilferuf aus den Tiefen des Alls. Es ist der Hilferuf der Fangemeinde. Es ist der Wunsch nach Rückbesinnung und Umkehr. Vor allem aber: es ist ein Hilferuf, der wirklich angekommen zu sein scheint. 

Regisseur Ridley Scott (ALIEN, BLADE RUNNER) dehnt sein ALIEN-Universum weiter aus. Der Plot von PROMETHEUS wird weitergesponnen. Und doch fühlt man sich – anders als in PROMETHEUS – als Fan der frühen ALIEN-Filme irgendwie heimisch. Zwar wirft COVENANT viele Fragen auf, die unbeantwortet bleiben. Dennoch erlebt man den Film als gelungener und peppiger als PROMETHEUS. Den Vergleich zu jüngsten Sci-Fi-Abenteuern wie ARRIVAL, PASSENGERS, GUARDIANS OF THE GALAXY: VOL. 2 und LIFE kann man sich irgendwie sparen. Zu abgekapselt funktionieren die neuen ALIEN-Filme einzig und allein in ihrem eigenen Kosmos. Ob man das nun als Vor- oder Nachteil betrachtet, bleibt jedem selbst überlassen. 

Blu-ray und DVD im Handel seit 21.September 2017.

Bilder: © Copyright 20th Centuray Fox

Brother from another Mother: