Amacabra – The Metempsychosis of Justine S.

Deutschland, 2016 / 62 Min.

Regie: Cosmotropia de Xam

Darsteller: Mari K, Irma Vep, Rachel Audrey, Antoni Maiovvi, Mr. Manic

In den Außenbezirken Westberlins geschehen seltsame Dinge. Die junge Justine erhält von einer Unbekannten einen Apparat namens "Die Haare vom Kreuze Jesu". Was früher Realität war, ist nun blankes Chaos... 

Es ist die sage und schreibe sechsundzwanzigste Produktion des Ausnahmekünstlers Cosmotropia de Xam. Deadline berichtete an dieser Stelle jüngst über SUCCUBUS (siehe #59) und DELIRIUM (siehe#57). Hinter dem Pseudonym steckt ein Regisseur, Dichter und Komponist. Und ein Fließbandfilmer und Workaholic, der immer besser zu werden scheint. 

Handlung bekommt man von dem Multitalent nicht. Dafür audiovisuelle Trips, Experimentalfilme und psychotische Drogenräusche in Videoclip-Ästhetik. 

Frauen mit verdrehten Augen und offenen Mündern. An Haaren lutschen macht high. Hübsche Hipster-Bräute begeben sich auf surreale Reisen durch urbane Schattenwelten. Digitale Verfremdungselemente und Hexen im Berghain. De Xam will, dass wir dekompensieren und katapultiert uns an den Punkt, an dem sich der Wahnsinn in Erleuchtung verwandelt. Wie viel MDMA muss man wohl schlucken, um hier einen Sinn zu erkennen? In Japan werden die Werke abgefeiert und sammeln fleißig Preise. 

Eigentlich von TETSUO, Fulci und Argento beeinflusst, zollt de Xams hier einem anderen großen Cineasten Respekt. So ist AMACABRA eine tiefe Verbeugung vor POSSESSION, Andrzej Zulawskis Horrorportrait der Mauerstadt. Der Film führt uns an Originaldrehorte des 1981 entstandenen Klassikers. Ein bisschen Marquis de Sade und AMER wird beigemengt und fertig ist der Kunstfilm für die Witchhouse-Generation. Ein sinnliches Hinabgleiten in die Katatonie. Als Film nur mäßig genießbar. Aus künstlerischer Sicht herausragend.

 

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