AVENGERS: INFINITY WAR

USA, 2018 / 149 Min. 

Regie: Anthony Russo, Joe Russo

Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Chris Evans, Mark Ruffalo, Josh Brolin

AVENGERS: INFINITY WAR oder "Aufstieg und Fall des Avenger-Imperiums"

 

Zwei Jahre nach CIVIL WAR sind die Avengers gezwungen, ihre Rivalitäten beizulegen. Weltenzerstörer Thanos zieht durchs Universum und raubt alle Infinity-Steine, um grenzenlose Macht zu erlangen. Das wollen die Avengers verhindern und bekommen Hilfe aus einer fremden Galaxie. Heiß erwartet: die Guardians kommen mit an Bord. Doch selbst Fans äußern sich kritisch: Sind das nicht zu viele Superhelden für einen Film?

 

Alle sind wieder am Start. Iron Man, Thor, Captain America und der Rest der Rasselbande. Es sind wirklich alle am Start außer Ant-Man und Hawkeye. Alle, sogar Doctor Strange, Black Panther und Spiderman. Natürlich gibt's ein paar Neuerungen. Iron Mans Anzug hat krasse Nano-Upgrades. Captain America hat einen Vollbart. Das sieht dämlich aus. Er sieht aus wie Wolverine. Voll daneben. Ich hasse ihn. Thor und Hulk sind zurück von ihrem Ausflug auf RAGNAROK. Thor hat seinen Hammer verloren und Hulk hat Potenzschwierigkeiten. Spiderman hält überraschend gut mit. Scarlet Witch (Elisabeth Olsen) entfaltet wahre Superkräfte. Bei anderen Charakteren wird schmerzlich klar, dass sie alleine gar nichts reißen. Black Widow (Scarlet Johansson) zum Beispiel. Oder Falcon. Auch Starlord wirkt irgendwie schwach und dümmlich. Das Wichtigste aber: Jeder Superheldencharakter hat seinen Moment. Manch einer, der zuvor ein bisschen zu kurz gekommen ist (z.B. Gamora und Vision), rückt ins Rampenlicht und präsentiert seine Stärke. 

Die Guardians kommen gewohnt cool. Wenn sie auftreten, erklingt lässige Mucke und es wird witzig. Drax (Bautista) ist immer noch nicht der Hellste. Groot ist mittlerweile ein trotziger Teenager. Die komödiantischen Anwandlungen von GOTG 2 und RAGNAROK wirken nun stimmig, 

da sie einen sanfteren Einstieg ermöglichen und das Zusammentreffen von Thor und den Guardians begünstigen. 

Im krassen Kontrast zu allen vorangegangenen Filmen fällt INFINITY WAR aber erstaunlich dunkel aus. Den Charakteren geht's böse an den Kragen. Wo DC von Anbeginn an ein düsteres Universum aufgezogen hat, wirkt dieses Dimmen der Stimmung bei Marvel wie ein Faustschlag. Wo einst lockerflockig gescherzt wurde und flapsige Sprüche fielen, herrscht nun bitterer Ernst. Das sitzt. Das spürt man in der Magengrube. 

 

AVENGERS: INFINITY WAR ist viel zu krass, um wahr zu sein. Wer glaubt, dass Marvel's Cinematic Universe langsam ausgedient hat oder sich nicht mehr toppen kann, wird eines Besseren belehrt. Der Film macht schon sehr viel Spaß und fesselt nahtlos. Wo man sich DC oder die neuen STAR-WARS-Filme schönreden muss, überragt Marvel einfach alles. Das liegt einerseits an der Vielzahl an Superhelden und den ausufernden, epochalen Schlachten á la HERR DER RINGE. Ganz stark aber auch: Bösewicht Thanos (Josh Brolin, NO COUNTRY FOR OLD MEN, DEADPOOL 2). Was für ein absolut überlegener und zugleich charismatischer Superschurke. Wo sich die Avengers früher gespielt haben, beißen sie bei Thanos auf Granit. Sogar Hulk bekommt ordentlich aufs Maul. 

 

Ein rundum gelungenes Superhelden-Vergnügen, wobei Vergnügen nicht unbedingt mit Spaß gleichzusetzen ist. Was bleibt also von der eingangs erwähnten Befürchtung, dass sich hier zu viele Superhelden tummeln oder der Film überladen wirkt? Eigentlich nicht. Es passiert schon wirklich eine Menge und nie gab es mehr Superhelden in einem Film. Trotzdem bewahrt sich Marvel seine Leichtfüßigkeit und das bei aller epochaler Großartigkeit. 

Bleibt als einziger Nachteil zu erwähnen, dass es jetzt mindestens ein Jahr dauert, bis man erfährt wie es weitergeht.

 

Fazit: 

Episch.