BAD DREAMS

Deutschland, 1995 / 59 Min. 

Regie: Andrew Spencer, Tom Harrison, Mike Navy

Darsteller: Stefan Kurczyk, Timo Kapell, Manuela Navarro

Gleich im Vorspann bei den Titeleinblendungen wird gemetzelt was das Zeug hält. Ein Killer mit Hockeymaske und Machete. Blut, Splatter, Bein ab. Dann: Okay, alles nur geträumt. Ein verstörter Kerl schreckt schweißgebadet in seinem Bett hoch. Szenenwechsel: ein Pärchen wandert durch den Wald. Plötzlich stellen sich ihnen die “Herrscher des Todes” in den Weg, eine Sekte bestehend aus einem Ninja und zwei Bundeswehrtrottel. Ein Kampf ums Überleben beginnt. Wenn sich dann noch Aliens, Bodysnatchers und ein Gangsterboss einschalten, weiß man, man ist filmtechnisch im Underground angelangt. Oder ist alles Teil der Alptraumphantasien des Kerls vom Anfang...?

 

BAD DREAMS – bitte nicht verwechseln mit dem Psychiatriehorror mit Jennifer Rubin – ist einer dieser verloren gegangenen, deutschen Amateursplatterfilme aus den 90ern. Aus der Zeit, als bezahlbare Camcorder ihren Einzug in die heimischen Haushalte feierten und jeder Filmbegeisterte seinen Vorbildern nacheifern und selbst zum genialen Filmemacher avancieren konnte. 

BAD DREAMS sieht nach einem spaßigen Wochenende mit Kumpels und Bier aus. Beim Camping im Wald schnell mal einen Splatterfilm drehen – das weckt Erinnerungen an VIOLENT SHIT und KETTENSÄGEN ZOMBIES. Sturmhauben und Baseballschläger. Matsche und Gekröse. FX im DIY-Modus. Dazu die laienhaftesten Laiendarsteller des ganzen Universums. Trotz storytechnischer Mängel wird man angenehm unterhalten. Metaphysik und übersinnliche Kräfte heben den Film vom Durchschnitt ab. Den Soundtrack steuerten “Makros” und Mitglieder von “Kissin’ Time”, der deutschen KISS-Tribute-Band, bei. Schmissiger 16Bit-Hardrock, der an “Battletoads” oder “Streets of Rage” erinnert. 

Perle!

Brother from another Mother: