DIE BARBAREN

Italien, USA, 1987 / 87 Min.

Regie: Ruggero Deodato

Darsteller: Peter Paul, David Paul, Richard Lynch, Eva La Rue, George Eastman

Streitaxt, Zauberschwert und Vokuhila

 

Die Zwillinge Peter und David Paul, besser bekannt als die „Barbarian Brothers“, sind zwei US-amerikanische Bodybuilder. In den 80ern und 90ern ließ man die beiden sprechenden Fleischberge in ein paar wenigen Filmproduktionen ihre Muskeln spielen, darunter DOUBLE TROUBLE, BABYSITTERS und DIE BARBAREN. Letzterer ist ein billiger Italo-Abklatsch von CONAN - DER BARBAR. Zwei Muskelberge sind besser als einer, dachte sich jemand. Und irgendwie stimmt das auch. Ist das Genre des Barbarenfilms gesäumt von unsäglichem Müll, stellt DIE BARBAREN tatsächlich ein kleines Highlight dar. Und auch wenn man korrekter Weise davon ausgeht, dass alle Barbarenfilme schlecht und ungenießbar sind, so können doch der unfreiwillige Humor und die Körbchengröße der Protagonistinnen für kleine oder große Highlights sorgen. 

Die Story von DIE BARBAREN ist total Banane und völlig nebensächlich. Es geht irgendwie um einen magischen Rubin, nach dem die beiden Brüder und der tyrannische Herrscher Kader (Richard Lynch) suchen. Komplett unwichtig. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass alle auftretenden Darstellerinnen echt pornomäßige Ischen sind, die in Fellklamotten rattenscharf aussehen. Lederschlüpfer und Blech-BH. Die beiden aufgepumpten Michelinmännchen hingegen laufen den ganzen 

Film über oben ohne rum, was Sinn macht. Hemden waren wohl knapp im Mittelalter. Der Film ist eine einzige Muskelshow bestehen aus Armdrücken und Bizepsspannen. Weiber ​werden gestemmt wie Gewichte. Bei der Hinrichtung werden die Stricke einfach mit dem Stiernacken geknackt. Die Barbarian Brothers sehen aus wie Wrestler und lachen wie Wildschweine. Die zwei Kalkleisten kommen nicht sonderlich helle rüber, was sich aber geschickt mit dem Deckmantel des Humors kaschieren lässt. Sie schauspielern jedenfalls schlechter als der Plastikdrache, der aussieht wie ein gehäuteter Hund. Eine böse Prinzessin mit Donut als Frisur. Aus dem Boden kommen Zombiepranken, welche die Muskelmänner pflücken als wären es Gänseblümchen. Die Kulissen wechseln zwischen Wald, Burg und Horrormoor. Sagenhaft: Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) spielt das letzte Einhorn. In weiteren Rollen: Richard Lynch (INVASION U.S.A.), Eva LaRue (ROBOCOP 3) und George Eastman (MAN-EATER). Regie führte Kannibalenmeister Ruggero Deodato (NACKT UND ZERFLEISCHT). 

 

Im Vergleich zu anderen Cannon-Produktionen (z.B. MISSING IN ACTION, AMERICAN FIGHTER) eher ein Rohrkrepierer. Im Vergleich zu anderen Barbarenfilmen, wie z.B. TODESJÄGER, BARBARIAN QUEEN, aber „Big Fun“. 

 

Die 2-Disc-Edition von Koch Media lohnt nicht nur, weil DIE BARBAREN erstmals in 2K bestaunt werden kann, sondern auch wegen dem Bonusfilm PHENOMENAL AND THE TREASURE OF TUTANKHAMEN. 

Bilder: © Copyright Koch Media