BLADE RUNNER 2049

GB, Kanada, USA, 2017 / 164 Min.
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Ryan Gosling, Harrison Ford, Robin Right, Jared Leto, Dave Bautista

Die Zukunft. L.A. ist düster. Officer K (Ryan Gosling) vom LAPD ist ein Replikant. Sein Auftrag: illegale, versteckt lebende Nexus-6-Modelle ohne Lebenszeitbegrenzung aufstöbern und „in den Ruhestand versetzen“. Nach der Liquidierung des Farmers Sapper Morton (Dave Bautista) werden in einem Grab die sterblichen Überreste eines weiblichen Replikanten entdeckt, der zuvor schwanger war. Die Reproduktion unter künstlichen Lebensformen deutet eine Revolution an. Die Suche nach dem verschwundenen „Blade Runner“ Deckard (Harrison Ford) führt K in die Sinnkrise…

BLADE RUNNER 2049 – eine Fortsetzung, die nicht zwingend notwendig war, auf die aber viele gehofft hatten. 35 Jahre sind seit Teil 1 vergangen. Im Film waren es nur 30. Wieder geht es um künstliche Intelligenz und ihr Eigenleben. Androiden, die nicht wissen, dass sie Androiden sind. Androiden, die nicht wissen, ob sie Androiden sind. Androiden, die nicht wissen, dass sie keine Androiden sind. Die Spielbälle der Selbstreflektion sind mannigfaltig. Unvergessen bleibt Lustmodelle Pris (Daryl Hannah). Neu hier: Hologramm-Ehefrau Joi (Ana de Armas, KNOCK KNOCK). Cyborgs, die mit anderen Cyborgs Liebe machen. Computerliebe wie in HER. „Liebe oder mathematische Präzision?“ Wie flüchtig und austauschbar Zwischen“menschlichkeit“ dargestellt wird, ist ein harter Verriss der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. 

Die Frage bleibt: Ist Harrison Fords Charakter Deckard ein Replikant? Das Wiedersehen mit dem Veteranen erinnert an das Wiedersehen mit ihm in STAR WARS – ERWACHEN DER MACHT. Ford ist alt geworden, was hier irgendwie passt. Träumten die Cyborgs in Philip K. Dicks Roman noch von elektrischen Schafen, träumt Harrison Ford hier von geröstetem Käse. 
In weiteren Rollen: Ryan Gosling (LA LA LAND, DRIVE), dessen maskenhafte, reduzierte Mimik perfekt passt. Jared Leto (SUICIDE SQUAD, REQUIEM FOR A DREAM) als neuer Konstrukteur und gottgleicher Schöpfer. Für seine Rolle wäre eigentlich David Bowie vorgesehen gewesen. Ex-Wrestler Dave Bautista, der seit GUARDIANS OF THE GALAXY fest im Science-Fiction-Genre verankert ist. 
Auf dem Regiestuhl: Denis Villeneuve (ARRIVAL, SICARIO, PRISONERS). 

Die Messlatte für das Sequel war hoch, doch BLADE RUNNER 2049 übersteigt selbst die kühnsten Erwartungen. Einen Actionreißer sollte man nicht erwarten. Sehr wohl aber ein Sci-Fi-Epos mit Köpfchen, das GHOST IN THE SHELL und ALIEN: COVENANT in ihre Schranken verweist und die Story aus Teil 1 sinnvoll erweitert und gar komplettiert.

Fazit: 
Menschlicher als der Mensch. Großartig.

Brother from another Mother:

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