BLOOD FEAST 

USA, Fr, D, 2016 / 92 Min.

Regie: Marcel Walz

Darsteller: Robert Rusler, Caroline Williams, Sophie Monk

Restaurantbetreiber Fuad Ramses (Robert Rusler) verfällt dem Wahn die altägyptische Blutgöttin Ishtar zu neuem Leben zu erwecken und damit unsterblich zu werden. Dafür muss er ein Blutopfer bringen. Oder genauer: ein rituelles Festmahl aufführen. Und dieses besteht nicht aus Gänsebraten…

 

Ein Remake des ersten Splatterfilms aller Zeiten und ein Deutscher sitzt auf dem Regiestuhl – was für eine Ehre! Im Vorfeld beschlichen den geneigten Zuschauer jedoch Zweifel, ob der Nürnberger Marcel Walz (SEED 2, LA PETIT MORT) das auch zur Zufriedenheit aller hinbekommt. Doch es können selbst diejenigen beruhigt aufatmen, die bislang mit den Werken des Herrn Walz wenig anfangen konnten. 

 

Die Story ist Schwachsinn, doch das war im Original von Godfather of Splatter Herschell Gordon Lewis († R.I.P.) nicht anders. Weil Null-Sterne-Koch Fuad Ramses seine Pillen absetzt, spricht Todesgöttin Ishtar zu ihm. Dies gleich einer der wesentlichen Unterschiede zum Original: Fuad wird von Beginn ab als geisteskrank vorgestellt. Im BLOOD FEAST von 1963 war Ishtar irgendwie echt. Dies ist eine nette Erweiterung und wertet die Story auf, ist im Grunde aber relativ egal. Auch, dass der Plot sich dieses Mal in einem Vorort von Paris abspielt, tut nur wenig zur Sache. Frau (Caroline Williams) und Tochter (Sophie Monk) machen sich Sorgen um den lieben Papa, dass er sich nicht überarbeitet. Währenddessen metzelt Papa heimlich ungebetene Gäste und des Töchterleins Freundeskreis nieder. Lieferte das Original sozusagen die Blaupause für den Splatterfilm, ist das Remake mehr Torture Porn. Wo im Original eher Leichen bzw. Schaufensterpuppen zerschnibbelt wurden, wird hier erst richtig saftig gefoltert. Die FSK-18-Kaufhausversion des Films ist cut, dennoch ist ordentlich Gore drin geblieben. Nackte Weiber werden filetiert. Ein Pimmel wird abgeschnitten. Als kalte Platte gibt es einen Kerl ohne Arme und Beine. Das Blut spritzt und das tricktechnisch tatsächlich versierter als im Original. 

„BLOOD FEAST: RELOADED“ ist kein bahnbrechender Horrorfilm geworden. Dafür ist er zu unknackig inszeniert. Vieles wirkt langatmig und zäh. Und von geistigen Höhenflügen ist man meilenweit entfernt, wie der folgende Dialog anschaulich unter Beweis stellt: 

Fuad: „Sie haben wirklich wunderschöne Augen.“

Opfer: „Freut mich, dass sie dir gefallen. Würdest du sie auch gern mal mit Sperma im Gesicht sehen?“

Fuad: „Nein, ich denke ich werde sie dir ausstechen und dann mit etwas Salat servieren.“

 

Und trotz aller Macken muss man sagen: Respekt, Herr Walz! Da hätte viel schief gehen können! Die Messlatte war hoch und die Bürde dem Original gerecht zu werden schwer. Doch BLOOD FEAST macht so vieles richtig, dass Rohrkrepierer, wie PLASTIC mit Gina-Lisa Lohfink, in Vergessenheit geraten. Das Remake ist kein Film von Weltklasse, sondern ein unterhaltsames, schweineblutiges B-Movie. Und genau das war das Original auch. Ergo: alles richtig gemacht. Wer außer Walz kann sich also den Titel des derzeitig wichtigsten deutschen Filmemachers im Horrorbereich sonst auf die Fahnen schreiben?

 

Unter den Darstellern finden sich bekannte Gesichter wie Robert Rusler (NIGHTMARE ON ELM STREET 2, L.I.S.A. – DER HELLE WAHNSINN) und Caroline Williams („Stretch“ in TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2). Schlauchbootlippe Sophie Monk (DATE MOVIE, THE HILLS RUN RED) spielt als fast 40-Jährige die Studententochter des Prothagonistenehepaars. Auf ihr Konto geht das tolle Zitat: „Wow Daddy, du bist so cool! Kein anderer Dad würde mit seiner Familie Drogen nehmen.“ In einer Nebenrolle: die Ex von Lothar Matthäus, Liliana (SHARKNADO 5). Ihr wird blutigst die Kehle durchgeschnitten. Besonderes Highlight: Herschell Gordon Lewis himself in einem Cameo, was wohl sein letzter filmischer Auftritt gewesen sein dürfte. 

 

Fazit: 

Da läuft einem das Blut im Mund zusammen.