BLOOD RAGE

USA, 1987 / 82 Min. 

Regie: John Grissmer

Darsteller: Louise Lasser, Mark Soper, Marianne Kanter, Ted Raimi

Jacksonville, 1974. Eine rollige Mama hat im Autokino ein Sexdate mit einem heißen Stecher. Ihre Kids, die Zwillinge Terry und Todd, nimmt sie mit. Als dem kleinen Terry das Gefummel zu langweilig wird, gerät er in einen Blutrausch und zerhackt einem Fremden das Gesicht. Den Mord schiebt er seinem Bruder Todd in die Schuhe, der beim Anblick der Gräueltat der Katatonie verfällt und in der Psychiatrie landet. 10 Jahre später: Terry ist zu einem versnobbten, ziemlich normalen Halbstarken herangewachsen, der gerne mit seiner Clique um die Häuser zieht. Als sein Bruder Todd aus der Klapse flieht, bricht unter den Jugendlichen der Kleinstadt das große Sterben aus… 

„My psychotic brother just escaped!“ 

BLOOD RAGE ist ein blutiger, anspruchsloser Slasher aus den Ausläufen der großen Killerfilm-Ära. Die Story ist hirnrissig und wenig mitreißend. Von Beginn an ist klar, wer der Killer ist, und der Film bietet auch keinerlei überraschende Wendungen. Terry ist ein Psychopath im Normalo-Look á la Patrick Bateman, Todd ein verschüchterter Prügelknabe. HALLOWEEN mal andersrum, also sprich: wenn Laurie alle umbringt. Macht keinen Sinn, aber egal. Hauptdarsteller Mark Soper rödelt in seiner Doppelrolle was das Zeug hält und stößt dabei in entfernte Galaxien des Overactings vor. Der ganze Streifen grenzt an Selbstverarsche, unterhält dabei aber auf seine spezielle Weise. Vergleiche zu billig produzierten Slasherauswüchsen wie BLUTWEIHE, TODESPARTY, SLEEPAWAY CAMP und SLUMBER PARTY MASSACRE sind angebracht. 

In den Gewaltszenen sticht der Film deutlich heraus. Die FX sind nicht die besten, aber für Slasher-Verhältnisse wahnsinnig brutal und deutlich über dem Stich- und Schnittbereich. Ein loser Kopf baumelt am Strick. Ein Gesicht wird mit einem Beil verstümmelt. Ein abgetrenntes Patschehändchen samt spritzendem Stumpf. Eine Dame wird in der Mitte halbiert. Zur gespaltenen Persönlichkeit passend: ein gespaltener Schädel. Der Killer geht mit einer Machete zu Werk und verursacht tiefe Wunden und klaffende Cuts. Man fühlt sich an BLOODNIGHT erinnert, allein schon wegen Ted Raimi (THE GRUDGE, CANDYMAN, MIDNIGHT MEAT TRAIN), der hier in einer klitzekleinen Rolle als Kondomverkäufer auf dem Herrenklo auftritt.

“This isn’t cranberry sauce!” 

Schmerzende Stumpfsinnigkeit, unnötig drastische Gewaltdarstellung und Nike-Product-Placement – ja, es geht um einen Slasher aus den 80ern. Massenware damals, aus heutiger Sicht fühlt sich der Film an, wie wenn man ein verloren geglaubtes Super-Nintendo-Spiel findet und anzockt. Big Blast from the Past!
Die englische 3-Disc-Edition von Arrow bietet eine Deluxe-Veröffentlichung, fast schon zu aufwendig für den ollen Schinken. 

Fazit: 
Kill! Kill! Kill!

In Deutschland hat Shock Entertainment den Film im Mediabook veröffentlich. In vier Cover-Varianten jeweils in einer 3-Disc-Edition. Ist geil, für den Schinken aber fast ein bisschen teuer. 

Brother from another Mother:

Wieso liegt hier eigentlich Stroh?

Bildquelle: moviebreak.de / filmtrap.com  

Die vier Cover-Varianten des Mediabooks von Shock Entertainment