BRAWL IN CELL BLOCK 99

USA, 2017 / 132 Min. 

Regie: S. Craig Zahler 

Darsteller:  Vince Vaughn, Jennifer Carpenter, Don Johnson, Udo Kier

Bradley (Vince Vaughn) ist über vierzig und hat im Leben nur wenig gerissen. Den Job ist er gerade los. Seine Frau (Jennifer Carpenter, DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE, DEXTER) hat einen anderen. Um Leben und Ehe zu retten, braucht Bradley Geld und das winkt in der Kriminalität. Er beginnt Botengänge für einen stadtbekannten Drogenboss und schwups, der Rubel rollt. Mit dem Geld verbessern sich Lebensstandard und die Beziehung zu seiner Frau. Sie wird schwanger. Alles super. Dann wird Bradley bei einem Deal hochgenommen. Ihm blühen viele Jahre Haft, doch er singt nicht. Eines Tages stattet Bradley ein Unbekannter (Udo Kier) im Gefängnis einen Besuch ab. Dieser zeigt ihm ein Foto von Bradleys schwangerer Frau, gefesselt und geknebelt. Bradley soll einen Häftling töten, sonst stirbt die Frau. Bradley willigt ein. Problem nur, die Zielperson sitzt in einem anderen Gefängnis im Hochsicherheitstrakt... 

 

BRAWL IN CELL BLOCK 99 ist der beste Knast-Actionfilm aller Zeiten. Vergesst LOCK UP, MIT STÄHLERNER FAUST und den ganzen Weichkäse wie DIE VERURTEILTEN und THE GREEN MILE. Vince Vaughn (DODGE BALL, TRUE DETECTIVE Staffel 2) wischt als 1,96 Meter großer Hüne mit schmierigen Wärtern und Ganovenpack den Boden auf. Buchstäblich: es werden Knochen gebrochen, Visagen poliert und Gesichter auf dem Fußboden glatt geschmirgelt. Trotz seiner Schönling-Vorgeschichte nimmt man Vaughn die Rolle, für die er einiges an Muskelmasse zugelegt hat, voll und ganz ab. Vaughn ist JOHN WICK im Knast. Gleich zu Beginn zerlegt er mit blanken Fäusten ein Auto. Weiter so, Vince!Der Film ist knüppelhart und voller explosiver Gewaltexzesse. Dies überrascht und trifft einen als Zuschauer einigermaßen unvorbereitet, da der Film relativ harmlos als eine Art

Gangsterfilm, Gangsterdrama beginnt. Als dann Udo Kier (MELANCHOLIA, MY OWN PRIVATE IDAHO) im Knast mit der Botschaft auftaucht, geht alles in eine andere Richtung. Wenn dann Don Johnson (MIAMI VICE, DJANGO UNCHAINED) als sadistischer Cowboy-Gefängniswärter vor Bradley steht, ist man endgültig im Exploitationkino angelangt. 

 

BRAWL IN CELL BLOCK 99 ist eine Verbeugung vor dem 70er-Jahre-Grindhouse-Kino. Die Gewaltdarstellung ist knallhart und übertrieben. Für diese Art von Film ist BRAWL dennoch untypisch. Das Erzähltempo ist langsam und wenig spektakulär. Das Fehlen von stimmungssteigernder Hintergrundmusik verstärkt diesen verstörenden Eindruck. Bedenkt man, wer auf dem Regiestuhl saß, wird vieles klarer. S. Craig Zahlers Handschrift, die er bereits eindrucksvoll in BONE TOMAHAWK unter Beweis gestellt hat, setzt sich hier deutlich fort. Das Ergebnis ist ein unkommentierter, moralfreier Knastprügler voller offener Brüche, der bewusst auf Oneliner und aufgesetzte Heroik verzichtet. Der beste Knastfilm aller Zeiten! ...Okay, seit STORY OF RICKY.

 

Fazit: 

JOHN WICK im Knast – heftig!