CORDELIAS KINDER

Deutschland, 2015 / 75 Min.

Regie: Lars Kokemüller

Darsteller: Elena Meißner, Ulrich Bähnk, Dietrich Kuhlbrodt, Andy Strauß, Anna Berg

Das Oberhaupt eines Familienunternehmens a.k.a. geheimen Verbrechersyndikats, wird beim Toilettenpapierkaufen umgebracht. Hinter der Tat steckt seine eigene Frau Cordelia. Nun steht sie an der Spitze des dubiosen Familienbetriebs. Die Bestattung wird nüchtern und emotionslos hinter sich gebracht. Schnell kehrt wieder Alltag ein. Sohnemann Thomas bandelt mit einem Stricherjungen an, den seine Mutter engagiert hat. Die Tochter beginnt ein Verhältnis mit dem ermittelnden Polizeibeamten. Der Geist des Vaters spukt durchs Haus und redet Cordelia ins Gewissen. Aus einer Tür ins Nichts im Keller strömen unentdeckt Monster und dunkle Kreaturen... 

Die Jungs von "Radikal & Arrogant" um Regisseur Lars Kokemüller haben wieder zugeschlagen. Nach ihrer surrealistischen Außenseiterkomödie WARUM HANS WAGNER DEN STERNENHIMMEL HASST legt das Hamburger Filmkollektiv nach. CORDELIAS KINDER ist eine schwarze Komödie im Gewand eines Mystery-Dramas. Schwarz im wörtlichen Sinne, denn der Film ist schwarzweiß. Nur in bestimmten Momenten gibt

Trailer:

es scharfkantige Wechsel und es blitzt Farbe auf. Diese Momente bestehen aus Phantasien von blutverschmierten Verrückten und harscher Gewalt, u.a. eine Ohrläppchen-Szene wie in RESERVOIR DOGS. Derartige Szenen wechseln sich ab mit kitschigen Gesangseinlagen im Videoclip-Format. Ein harter Break und schön polarisierend. Hart, im positiven Sinne, ist auch die schauspielerische Präsenz. Im Boot sind TV-Darsteller Ulrich Bähnk, Schlingensief-Spezi Dietrich Kuhlbrodt (DAS DEUTSCHE KETTENSÄGEN-MASSAKER, UNITED TRASH) und Poetry-Slam-Star Andy Strauß. Alle spielen weltklasse und zeichnen ein niederschmetterndes, wie tragisch-komisches Bild eines gefühlskalten Familienlebens. Entstehen tut dabei ein bizarres Low-Fi-Erlebnis - erfrischend anders, mehr komisch als tragisch und mindestens doppelt so abgedreht. 

 

Sex, Crime & Cthulu!

Brother from another Mother: