FIVE SEASONS - DIE FÜNF TORE ZUR HÖLLE

Deutschland, 2015 / 80 Min. 

Darsteller: Julia Streich, Armin Barwich, Tomas Da Prato, Glenda Gravez

Regie: Olaf Ittenbach

Es ist das Schlimmste, was einem als Elternteil widerfahren kann: der Mord am eigenen Kind. Und als wäre das nicht genug, kommt der Mörder aus Mangel an Beweisen frei. Eine Gruppe von rachsüchtigen Eltern nimmt das Gesetz selbst in die Hand...

Als Olaf-Ittenbach-Fan hatte man es in jüngster Vergangenheit nicht leicht. NO REASON und SAVAGE LOVE zeichneten sich aus durch mittelprächtigen Gore und eine Story am Rande der Verständlichkeit. Der Meister schien einen metaphysischen Touch in seine Werke einbringen zu wollen, was kläglich scheiterte. Dann sein Großprojekt LEGEND OF HELL: ein Flop, eine finanzielle Verausgabung und mehr Fantasyquatsch als Splatterparty. Die Fangemeinde war enttäuscht. Nun versucht der Godfather of German Gore erneut an seine alten Erfolge PREMUTOS und BLACK PAST anzuknüpfen, die mittlerweile fast 20 Jahre zurückliegen.

 

Das Ergebnis ist fragwürdig. Fünf Kindermörder und Päderasten werden entführt und nacheinander in einem Keller zerhackstückelt. Bei den Verbrechern wird kein Stereotyp ausgelassen. Da darf der zarte Rocker mit der Zuckerwatte ebenso wenig fehlen wie der pädophile Priester und der geistig zurückgebliebener Tierfreund. Das sensible Thema wird mit dem Dampfhammer zu Matsch geprügelt und auf widerwärtige Weise ausgebeutet. Storytechnisch bedeutet das wenig Abwechslung, sondern Fließbandabfertigung in Form von Gewaltszenen der härtesten Gangart. Kniescheiben werden herausgeschnitten. Eingeweide platschen auf den Boden. Gesichter werden zerhackt, Augen ausgestochen und Kiefer gesprengt. Dies kann als sinnfreier, pseudomoralischer und selbstzweckhafter Gewaltporno betrachtet werden. Fans des Splatterpapstes werden es aber eindeutig als Rückbesinnung auf wahre Werte interpretieren, weil Welten besser als LEGEND OF HELL. Wäre da nicht diese unnötige Darstellung von Gewalt an Kindern, wie sie seit DARD DIVORCE Ittenbachs Werke begleitet – Kotzkoma und Blutstau!

Great Movies hat den Film veröffentlicht. Ob uncut ist unklar. Dafür aber in 3D – lol! 

Regisseur Olaf Ittenbach

Bildquelle: ittenbach-fans.de