FLESH OF THE VOID

Österreich, 2017 / 76 Min. 

Regie: James Quinn

Darsteller: Man Without A Face, Kmsura, Dead Flesh, Skinboy, Inkgod

Stell dir vor, du stirbst und im Jenseits läuft immer der gleiche Film. Dann läuft bei dir, wenn du gut, rechtschaffen, sittsam, gläubig und enthaltsam gelebt hast, rund um die Uhr FLUBBER mit Robin Williams. Und wenn du ein egoistisches, weltliches Leben voller Sünden, Sex und Maßlosigkeit geführt hast, FLESH OF THE VOID von Regisseur James Quinn (TEMPLE OF LILITH, LAW OF SODOM). 

FLESH OF THE VOID ist das bildgewordenes Fegefeuer. Der Limbus für die Ketzer und Ungläubigen. Das Gezeigte lässt sich als abartiger Experimentalfilm bezeichnen, schlägt aber in seinen Bann wie eine Schwarze Messe oder ein satanistisches Ritual. FLESH OF THE VOID ist auf Super 8 und 16mm gedreht und komplett in schwarzweiß. Dabei handelt es sich um das kränkeste und kaputteste Schwarzweiß seit BEGOTTEN und ERASERHEAD. Richtig schön grobkörnig und unscharf, voller Störelemente und Bildrauschen. 

Inhaltlich drängen sich dagegen eher Vergleiche zu Underground-Perlen wie SUBCONSCIOUS CRUELTY, DER TODESKING und TANTRUM 2: PHANTOM OF THE DEMON auf. Gesichtslose Gestalten. Kreaturen mit deformierten Masken und Tierschädeln, die in der kargen Landschaft posieren. Kastration und Penisverstümmelungen. Auf abgetrennten Gliedern wird herumgekaut. Ein Kerl kotzt Blut und Finger. Eine Teufelsnonne masturbiert mit einem Kruzifix. 

FLESH OF THE VOID ist nicht nur gottlos, sondern Gott vollkommen abgewandt. 

Der Soundtrack ist eine brachiale Industrial-Klangkulisse. Mehr Maschinendröhnen und Kindergeschrei als akustische Begleitung. 

Die Handschrift ist eindeutig die einer US-amerikanischen Underground-Produktion. Doch falsch gedacht: der Film kommt aus Österreich. So viel Satanismusund teuflische Experimentierfreudigkeit hätte man unseren Nachbarn gar nicht zugetraut.   

Wer sich fragt, welchen Film man bei der nächsten Séance im Hintergrund laufen lassen kann, dem sei FLESH OF THE VOID wärmstens ans Herz gelegt. 

Die für 9. März 2018 geplante Veröffentlichung auf DVD und VHS von Blacklava ist schon fast ausverkauft. 

 

 

Direkt aus der Hölle!