A GHOST STORY

USA, 2017 / 92 Min. 

Regie: David Lowery

Darsteller: Casey Affleck, Rooney Mara, Grover Coulson, Kesha

In A GHOST STORY – nicht zu verwechseln mit GHOST STORIES, dem Episodenhorror aus England – kehrt ein Mann nach seinem Unfalltod als wandelndes Bettlaken aus dem Reich der Toten zurück, stattet seiner Angetrauten einen Besuch ab und trauert seinem erloschenen Leben nach. An das gemeinsame Haus gebunden muss der Geist handlungsunfähig zusehen, wie seine Frau auszieht und ein neues Leben beginnt. Zu spät kommt die Erkenntnis: "Zeit ist alles."

 

A GHOST STORY ist billigst produziert (100000USD) und dennoch wunderschön in Bild- und Erzählsprache. Die Erzählweise ist hypnotisch langsam. Dies ist entweder Stilmittel oder lässt darauf schließen, dass es sich bei dem Regisseur um das Faultier aus ZOOMANIA handelte. Ich tippe mal auf Ersteres. A GHOST STORY zwingt zur Entschleunigung, dazu einen Gang runter zu schalten. Der Tod setzt die Zeit außer Kraft. Totaler Stillstand. Minutenlang muss der Zuschauer ausharren, bis der Protagonist, nachdem sich die Lebensgefährtin am Krankenhausbett verabschiedet hat, als Geist erhebt. Die Szene, in der die Trauernde einen ganzen Kuchen in sich hinein spachtelt, dauert gefühlt zehn Minuten. Dies fordert viel Geduld, erzeugt aber gleichzeitig eine intensive Atmosphäre. Dann plötzlich, der Ewigkeit als Geist ins Auge schauend, vergehen in einem Lidschlag Monate und Jahre. Es stellen sich existenzielle Fragen über den Sinn des Lebens, die eigentlich nur den einen Schluss zulassen, der als Spruch das Kinoposter zieht: "Zeit ist alles."


Die Hauptrollen spielen Oscar-Preisträger Casey Affleck (MANCHESTER BY THE SEA, INTERSTELLAR) und Rooney Mara (THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO). Popstar Kesha ("Tik Tok", "Die Young") hat eine kleine Rolle, ebenso der Folksänger Will

Oldham. 

A GHOST STORY ist kein Horrorfilm, sondern eher so etwas wie ein alternatives, phantastisches Liebesdrama. Der Film verzichtet auf Schockeffekte. Als Geist ein Bettlaken mit Gucklöchern, was ja an sich die absolut klassischste aller Geistervorstellungen ist, ist eine simple wie geniale Idee. 

 

Fazit: 

Hui Buh goes Arthaus. Sehr gut.