THE GRUESOME TWOSOME

USA, 1967 / 72 Min. 

Regie: Herschell Gordon Lewis

Darsteller: Elizabeth Davis, Gretchen Wells, Chris Martell

In den 60er-Jahren waren Splatterfilme noch einfach. Alles, was man dafür brauchte, waren Schaufensterpuppen und Marmelade. Ein paar hübsche Schnecken, die sich nicht scheuten nackte Haut zu zeigen, waren auch sehr nützlich. 

Herschell Gordon Lewis (1926 - 2016) hatte mit BLOOD FEAST (1963) den Splatterfilm praktisch erfunden. Es folgten Filme wie TWO THOUSAND MANIACS und COLOR ME BLOOD RED. 
Qualitativ hebt sich THE GRUESOME TWOSOME (1967) kaum von den Anfängen des Regisseurs ab. Das niedrige Budget und die minimalistische Machart sind immer noch überdeutlich. Die Story ist genau so schlicht wie dämlich: Eine alte Frau und ihr zurückgebliebener Sohn ermorden hübsche Studentinnen und verkaufen die Haarpracht der Dahingemeuchelten in ihrem Perückengeschäft. 
Das ist alles andere als Quantenphysik. Doch schlicht ist hier Trumpf. THE GRUESOME TWOSOME ist weder sonderlich spannend, noch ansehnlich. Die Szenen, in denen die Mädels skalpiert werden, sind aber selbst aus heutiger Sicht noch ziemlich derb. Die Gewalt ist zwar billig, aber hart und wird minutiös zelebriert. Sprich: Kamera voll drauf auf Messer, Marmelade und Schaufensterpuppenkopf. Das Jazzgedudel als Hintergrundmusik verstört zusätzlich. Man kann sich bildlich vorstellen, wie damals 1967, dem Jahr von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", die Jugend buchstäblich aus den Sitzen gekippt ist. 

 

Bildquelle: wearecult.rocks

THE GRUESOME TWOSOME ist billiger Splatterschund und dennoch wegweisend. So erkennt man den Film in späteren Klassikern wie MANIAC und MUTTERTAG klar wieder. 

 

Fazit: 

Lang lebe Herschell Gordon Lewis!