GUARDIANS OF THE GALAXY Vol. 2

USA, 2017 / 136 Min.

Regie: James Gunn

Darsteller: Chris Pratt, Dave Bautista, Kurt Russell, Zoe Saldana

„Bautista For President“ oder: „Wie ein Ex-Wrestler als intergalaktische Ulknudel Hollywood erobert“

 

Weil der sprechende Waschbär Rocket der Rasse der Soverianer, einer Bande von Goldlöckchen und wandelnden Oscarstatuen, ein paar Superbatterien klaut, sind Quill (Chris Pratt), besser bekannt als Starlord, und seine Kumpels gezwungen, durch das halbe Universum zu flüchten. Dabei stößt die Clique auf Ego (Kurt Russell), ein gottgleiches Wesen, das behauptet Starlords Vater zu sein. Das allmächtige Alien lädt die „Guardians“ auf seinen Planeten ein. Dabei treibt sich ein Keil zwischen Quill und seine Freunde…

 

Nach kopflastigem Sci-Fi wie ARRIVAL, PASSENGERS und GHOST IN THE SHELL endlich wieder Popcornkino zum Seele baumeln lassen. Bildgewaltig, übertrieben und bunt. Geboten werden atemberaubende Phantasielandschaften und eine ähnliche Vielfalt an schillernden, außerirdischen Lebensformen wie bei DAS FÜNFTE ELEMENT. Gleich im Intro liefern sich die Guardians einen halsbrecherischen Fight mit einem gigantischen, Tentakel schwingenden Weltraummonster. Der Kampf, so spektakulär und zerstörerisch er wahrscheinlich ist, läuft im Hintergrund ab. Im Vordergrund tanzt Baby Groot zu grooviger Musik auf den Kopfhörern. Diese Szene beschreibt den Film ganz gut: Totaler Klamauk, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Dabei aber fesselnd und haltlos witzig.  

 

Brother from another Mother: 

Bilder: © Copyright Walt Disney Ent.

GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2 lebt von seiner Mischung aus Situationskomik, packender Action und kultigen Charakteren. Starlord (Chris Pratt, JURASSIC WORLD, PASSENGERS) ist gewohnt cool. Rocket ist ein Hitzkopf. Baby Groot ist süß. Ja, das darf auch

Mann so sagen. Gamora (Zoe Saldana, AVATAR) ist grün. Drax (Dave Bautista, SPECTRE) ist ein sagenhafter Trottel. Der Lache des bulligen Ex-Wrestlers kann man sich nicht entziehen. Ganz klar eines der Highlights des Films. Ein dämlicher Bösewicht namens Taserface (Chris Sullivan, IMPERIUM). Besonders interessant: der Auftritt von Kurt Russell (DIE KLAPPERSCHLANGE, BACKDRAFT) als gottgleicher Humanoid Ego, der mittels Gedankenkraft ganze Welten materialisiert. Eine Erscheinung, die an den „Sha-Ka-Ree“ aus STAR TREK V – AM RANDE DES UNIVERSUMS erinnert. Egos rechte Hand Mantis (Pom Klementieff OLDBOY, LOUP) ist ein Glühwürmchen köpfiges Medium, eine Empathin, die Gefühle lesen kann. Dazu noch lässige Kleinstauftritte von Sylvester Stallone (RAMBO, EXPENDABLES) und David Hasselhoff (BAYWATCH, KNIGHT RIDER) und der Weltraumulk ist perfekt.

 

Marvel setzt erneut Maßstäbe. So macht GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2 tatsächlich noch mehr Spaß als sein Vorgänger und das trotz großer Erwartungshaltung seitens der Fanbase. Der Soundtrack, der ja ein entscheidendes Element in Teil 1 darstellte, ist nicht ganz so schmissig wie der erste “Awesome Mix”. Keine Ohrwürmer wie “Hooked On A Feeling” oder der Pina-Colada-Song. Aber die peppigen Nummern von Cat Stevens, Fleetwood Mac und The Sweet erreicht durchaus auch einen annehmbaren Grad an Awesomeness. 

 

Fazit:

Was für ein Spektakel! Bunt, schrill und urkomisch.