HADES

Deutschland, 2016 / 15 Min. 

Regie: Kevin Kopacka

Darsteller: Anna Heidegger, Cris Kotzen, Iman Rezai

Der Hades. Das Totenreich der altgriechischen Mythologie. Der Fluss Styx. Die weibliche Hauptfigur wandelt im Nachthemd mit vorgehaltenem Handytaschenlampe durch eine eingefrorene Hauspartyszene. Der Geliebte mit einer anderen. Die Überquerung des Flusses Styx. 

HADES ist ein betörender, verstörender Bilderrausch. Keine Dialoge, nur Musik, Verfremdungselementen und optische Präsenz. Die Texttafeln weisen den Weg. Die Etappen eines Beziehungsendes werden mit dem Abstieg in die Unterwelt gleichgesetzt. "Die Göttliche Komödie" meets Liebesdrama meets Horrorfilm, sozusagen. Die Neon-Ästhetik erinnert an DRIVE und NEON DEMON. Das grelle, farbige Licht an Großmeister Argento und THE STRANGE COLOUR OF YOUR BODY'S TEARS. HADES verneigt sich vor dem Giallo-Genre und dem Italo-Kino der 70er, beschreitet aber doch komplett eigene Wege. 

Der Film lief 2015 in der "Shortfilm Corner" in Cannes, seitdem auf 23 weiteren Festivals und gewann acht Preise.

In der Fortsetzung TLMEA werden die neun Ebenen der Hölle durchquert. Die Reise in die Unterwelt kann man antreten im Filmrauschpalast Berlin (genauer Termin stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest) und auf VOD. 

 

So bunt kann schwarz

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