I, TONYA

USA, 2017 / 120 Min.

Regie: Craig Gillespie

Darsteller: Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney, Paul Walter Hauser

I, TONYA - ein Film, der nur davon handelt, wie unglaublich sexy Margot Robbie in kurzen Röcken aussieht. 

Nebenbei geht es auch um Fleiß, Disziplin, Zähnezusammenbeißen und darum, dass sich dies alles nicht auszahlt. Darum, dass man nicht alles erreichen kann, nur weil man es stark genug will. 

I, TONYA ist die biographische Geschichte des Underdogs Tonya Harding, die, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, schon früh ein knüppelhartes Training erlebte, um 1994 zur Hassfigur der Nation zu avancieren, indem sie mit dem Brechstangen-Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan in Zusammenhang gebracht wurde. 

Tonya Harding wird verkörpert von der Bombshell Margot Robbie (WOLF OF WALL STREET, SUICIDE SQUAD). Robbie liefert ihre bislang beste schauspielerische Leistung ab und ist dennoch fehlbesetzt. Grund: Robbie ist einfach viel zu hübsch für die Rolle und Harding war ein hässliches Entlein. Im Gegenteil: die Eiskunstläuferin scheiterte mehrfach wegen ihrem Aussehen und – wie es die Preisrichter oft nannten – ihrer Performance. Ihr unperfektes Aussehen war auch der Grund, warum sich Harding von ihrer viel hübscheren Konkurrentin Nancy Kerrigan bedroht fühlte, was ihre engeren Kreise zum Äußersten trieb. Sei's drum: die australische Schauspielerin hat für die Rolle extra Schlittschuhlaufen gelernt und gewährt beim "dreifachen Axel" tiefe Einblicke unter ihr Sportröckchen, was den Film ganz allgemein ja schon sehenswert macht. Die Rolle der 15-jährigen Tonya – mit Zahnspange und Bubifrisur – ist aber an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten.

Remake) den sensationsträchtigen Sportlerskandal zum Coen’schen Krimi hochstilisiert. Da dürfen dann auch die verschrobenen Anti-Charaktere nicht fehlen. Highlight dessen: Allison Jenny (INSEL DER BESONDEREN KINDER, JUNO), die Tonyas Mutter LaVona spielt. Eine Zigarillo rauchende Trailer-Park-Mom und hasserfüllte Triebkraft von Tonyas Karriere. Eiskalt bringt sie ihrem Sprössling nur Missgunst und Schikane entgegen. Eine Leistung, die zurecht mit dem Golden Globe geehrt wurde und auch ein heißer Kandidat auf den Oscar ist. 

Sebastian Stan (der "Winter Soldier" in CAPTAIN AMERICA 2) verkörpert Tonyas Jeansjacke und Schnauzer tragenden Ehegatten Jeff, der für allerlei häusliche Gewalt und Wutexzessen sorgt. Das wahre Assi-Feeling wird aber einfach wunderbar materialisiert von Paul Walter Hauser (KINGDOM, bald: BLACK KLANSMEN). Er spielt Jeffs Kumpel und Attentatskomplize und verströmt dabei viel White Trash und Coen-Humor. 

 

I, TONYA ist eine halbironische Krimikomödie und der beste Eiskunstläuferfilm seit DIE EISPRINZEN. Eine böswitzige Story von Missgunst, Neid und heißen Kufen. Du kannst die Lady aus dem Ghetto bringen, aber nicht das Ghetto aus der Lady. Dazu ein flotter Retro-Soundtrack von Fleetwood Mac, Supertramp und Dire Straits. Da wird selbst die Hassfigur zum Publikumsliebling. 

 

Fazit:

Doppelter Rittberger. 

Bildquelle: filmstarts.de / npr.org

Noch interessanter als der Psychogramm ähnliche Werdegang der Harding ist der Fakt, dass Regisseur Craig Gillespie (LARS UND DIE FRAUEN, das FRIGHT NIGHT-