ISLE OF DOGS - ATARIS REISE

USA, England, Deutschland 2018 / 101 Min.

Regie: Wes Anderson

Synchronstimmen: Bryan Cranston, Bill Muray, Edward Norton, Scarlett Johansson, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Yoko Ono

Wes Anderson und seine symmetrischen Bilderbuchgeschichten. Dieses Mal: Hunde ausgesetzt auf einer japanischen Müllinsel, ihr täglicher Überlebenskampf und wie sie einem Bruchpiloten helfen, seinen Hund zu finden. 

 

ISLE OF DOGS ist ein Stop-Motion-Film. Alles ist handgemacht, nichts digital animiert. Die Figuren sind süß. Die Haare der Hunde sind aus Alpakawolle. Es ist Wes Andersons zweiter Animationsfilm nach DER FANTASTISCHE MR. FOX, der mittlerweile neun Jahre zurückliegt. 

Die Story ist seicht, nett, tut keinem weh. Kindlich, aber nicht kindisch. Eher Mittel zum Zweck, was aber klar geht. Das Beste am Film ist seine ganze Machart, die alle Altersgruppen einlädt noch einmal Kind zu sein. Das Zweitbeste am Film sind die vielen Stars, die den Hunden im Film ihre Stimme leiht. Unter den Synchronsprechern finden sich altbekannte Kumpel des Regisseurs, wie Bill Murray, Edward Norton, Scarlett Johansson, Bryan Cranston und Jeff Goldblum. Letzterer sprach übers Telefon ein, weil er es nicht schaffte ins Studio nach England zu kommen. 

 

Die optische Überlegenheit in Kombination mit der doch recht seichten Handlung erwecken zumindest ansatzweise den Eindruck, bei ISLE OF DOGS handle es sich just um Eyecandy. Die Krux ist auch, wenn ein mitteleuropäischer Mittdreißiger Nostalgie erleben will, dann schaut er PIPPI LANGSTRUMPF oder MICHEL IN DER SUPPENSCHÜSSEL. Nur einem jüngeren Publikum, dass mit DIGIMON und DRAGONBALL Z aufgewachsen ist, erschließt der Film wirklich neue Spielmöglichkeiten. 

Mal ganz allgemein: Ich für meinen Teil mag Wes-Andreson-Filme, kann aber die einhergehende himmelhoch jauchzende Euphorie darum meist nicht ganz teilen. Klar, seine Filme sind schön anzuschauen. Sie entführen einen in eine heile Welt, wo man vor allzu schlimmen Katastrophen verschont bleibt. Der Humor ist dezent, sarkastisch und intelligent. GRAND BUDAPEST HOTEL, MOONRISE KINGDOM, THE ROYAL TENENBAUMS. Die waren ja alle ganz nett. In diesem Fall ist "nett" aber vielleicht doch die kleine Schwester von Scheiße. Will sagen: die Filme von Wes Anderson sind optisch wunderschöne, aber seichte Unterhaltung, bei denen selten was hängen bleibt. Ein schlagkräftiger Minuspunkt ist das freilich nicht und wahrscheinlich auch nur ein kleiner Kratzer am Thron dieses It-Boys und Everyboby's Darling. 

 

Was bleibt, ist natürlich trotzdem ein sehenswerter Film, irgendwo zwischen wunderschön, nett und belanglos. Aber das sind die AVENGERS vielleicht auch irgendwie.

 

Fazit: 

I Love Dogs!