THE KILLING OF A SACRED DEER

UK, Irland, USA, 2017 /121 Min. 
Regie: Yorgos Lanthimos
Darsteller: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Koeghan, Alicia Silverstone

Die Familie um Schönheitschirurg Steven (Collin Farrell) wird von einem Jugendlichen terrorisiert, der glaubt, dass Steven am Tod seines Vaters Schuld ist. Er verspricht, dass alle sterben, wenn Steven nicht tut, was er verlangt. Das Sterben verläuft wie folgt: Verlust des Gehvermögens, Appetitlosigkeit, Bluten aus den Augen, Tod. Doch Steven weiß nicht, wie er das Unheil von seiner Familie abwenden soll…

KILLING OF A SACRED DEER ist ein fieser Bastard. Erinnert man sich an die letzten Filme des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos (THE LOBSTER, DOGTOOTH), so hatte man es immer mit verschrobenen, pechschwarzen… naja, nicht unbedingt Komödien, aber zumindest auf ganz böse Art witzigen Filmen zu tun. Kritisch, sarkastisch, Werte und Normen hinterfragend, mitunter auch blutig. Doch stets diesen kleinen Ticken abseits der Realität, dass man sich darüber amüsieren konnte. Ganz anders in KILLING OF A SACRED DEER. Es geht um Kindstod, sogar Kindsmord. Degenerative Erkrankungen. Behinderung und Lähmung. Das ist nicht mal ansatzweise lustig. Alles ist schön verpackt in anspruchsvollen, ästhetischen Bildern. Die Familie wirkt unterkühlt, weltentrückt und irgendwie ferngesteuert, was anfangs noch für ein paar sanfte Schmunzelt gut ist. Die emotionale Stumpfheit mündet jedoch in einen nihilistischen Abgrund aus Seelenfolter und Home Invasion mit dem Härtegrad eines FUNNY GAMES. Blitzen im Haneke-Film noch Medienkritik und Zuschauerbezug auf, wirkt in SACRED DEER alles sinnfrei und willkührlich. Das auch der Grund, warum man diesen Film wirklich hassen kann und darf. Weil er mit Gefühlen spielt, auf Urinstinkt ähnlich verwurzelter Moral herumtrampelt, und das ohne Message, ohne Sinn und Zweck und Aussage oder Umkehrschluss, sondern vollkommen sinnlos, nur der Seelenqualen wegen. Was für ein Wichser. 

Der Film ist technisch gut, schön fotografiert und auch irgendwie spannend. Bleibt die Frage, warum man sich freiwillig so einem Martyrium aussetzen sollte. 

Mit Colin Farrell (BRÜGGE SEHEN UND STERBEN), Nicole Kidman (THE OTHERS) und Alicia Silverstone, die man gefühlt seit CLUELESS und den Aerosmith-Videos in den 90ern nicht mehr gesehen hat. Sagenhaft fies in der Hauptrolle: Barry Keoghan (DUNKIRK). 

Fazit:
Filmische Folter. Bester Film, um mit der Freundin Schluss zu machen.

Ab 28.Dezember 2017 in ausgewählten Kinos.