DIE KRÖTE

OT: La bonda del gobbo

Italien / 1978 / 95 Min. 

Regie: Umberto Lenzi

Darsteller: Tomas Milian, Pino Colizzi, Salvatore Borghese

"Der Bucklige" (Tomas Milian) ist ein berüchtigter Gangster. Zusammen mit "dem Albaner" und anderen zwielichtigen Gestalten plant er den Überfall auf einen Geldtransporter. Während des Coups entledigen sich seine Komplizen seiner und brennen mit der Beute durch. Doch "der Bucklige" überlebt und sinnt auf Rache... 

Das italienische Kino der wilden 70er-Jahre. Der Polizeifilm als sozialkritisches Sprachrohr der damals gegenwärtigen Kultur. Die italienischen Großstädte waren geprägt von Verbrechen und Gewalt. Anders als US-Produktionen wie DIRTY HARRY und DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO waren die Filme aus Bella Italia rauer, drastischer, schonungsloser, härter. Der für seine Horrorfilme weltbekannt gewordene Regisseur Umberto Lenzi (CANNIBAL FEROX, GROSSANGRIFF DER ZOMBIES) mischte damals dick mit. Zusammen mit Darsteller Tomas Milian drehte er Filme wie DER

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"Wollen wir wetten, dass wir Armen an dem Tag, an dem Scheiße zu Geld wird, ohne Arsch geboren werden!"

Tomas Milian begeistert in einer Doppelrolle. Einmal als buckliger Choleriker, dann als unterbelichteter Mechaniker, der Zwillingsbruder des Schurken. Milian schnattert mit der Synchronstimme von Eddie Murphy alle an die Wand und verteilt verbale Backpfeifen. Egal ob "ausgeleiherte Fotzi" oder "arschgeficktes Suppenhuhn". Ob als Zahnarzt mit der Bohrmaschine oder beim Robben durch die Kanalisation: der Typ hat Format. Seine Performance trägt den gesamten Film. Am Ende dann noch eine ordentliche Schießerei mit der Polente und man ist bedient. 

Bei Fans des Poliziotteschi-Genres steht der Film hoch im Kurs. Mir persönlich haben die Genre-Kollegen MILANO KALIBER 9 und DER BERSERKER um einiges besser gefallen. DIE KRÖTE fällt da weniger spannend und zwingend aus. 

 

"Dafür puste ich ihm nicht mal 'ne Fliege von der Eichel!"

 

Fazit: 
True Italian. True Vintage. True Gangster.

BERSERKER, FLASH SOLO, DIE GEWALT BIN ICH und eben auch DIE KRÖTE. Der Film ist gespickt mit derber Gossensprache und liefert eine überaus bildliche Milieustudie. Kleinganoven mit flinken Messern und rauchenden Schießeisen. Auch die allgemeine Unzufriedenheit, Armut und die Hoffung auf das schnelle Geld schimmern durch.