THE LITTLE HOURS

USA, 2017 / 90 Min. 

Regie: Jeff Baena 

Darsteller: Alison Brie, Dave Franco, Aubrey Plaza, Kate Micucci, John C. Reilly

Nonnen im Mittelalter hatten's auch nicht leicht. Immer dieses eintönige Klosterleben. Den ganzen Tag nur sticken und Unkraut jäten. Und dann noch dieses blöde Zölibat. Welch glücklicher Zufall, dass sich der Jüngling Massetto (Dave Franco) in den Orden verirrt. Weil er mit der Gemahlin seines Lehnsherrn Unzucht getrieben hat, ist Massetto auf der Flucht und gibt sich als taubstumm aus. Als einziger attraktiver Mann bringt er das Ordensleben gehörig durcheinander... 

 

Nunsploitation ist tot – lang lebe Nunsploitation! Wer denkt nicht gerne an die Zeit der schlüpfrigen Nonnen-Erotikfilme zurück? LIEBESBRIEFE EINER PORTUGISISCHEN NONNE, CASTIGATA – DIE GEZÜCHTIGTE, 

SCHOOL OF THE HOLY BEAST und wie sie alle hießen, bescherten dem geneigten Zuschauer in den 70er-Jahren frivole Einblicke in das erotische Klosterleben. Meist ging es dabei um unterdrückte Gelüste, aufkeimende Emanzipation und das Erwachen der Sexualität, was dann bildlich ausgiebig in Form des alten Rein-raus-Spiels Darstellung fand. 

THE LITTLE HOURS kann als kleine Hommage an dieses Genre betrachtet werden. Als Hommage in Form einer trotteligen Komödie. Absichtlich wurden alle Kosten und Mühen gescheut. Alles wirkt billig, unprofessionell und improvisiert. Der Humor ist kindisch bis infantil. Dave Franco (BAD NEIGHBORS, THE DISASTER ARTIST) vögelt sich als taubstummer Stallbursche durch die Nonnenbetten. Aber auch anderweitig nimmt es das Kloster mit der Sittsamkeit nicht so genau. Da knutscht der Pfarrer mit der Oberschwester. Es wird heimlich Messwein kredenzt. Eine der Nonnen hält satanische Rituale im Wald ab. 

THE LITTLE HOURS ist ein totaler Trottelfilm, der sich zu keiner Sekunde ernst nimmt. Der Film versucht nicht einmal historisch korrekt zu sein und lässt die mittelalterlichen Nonnen im modernen Alltagsslang brabbeln. Bauern werden vermöbelt, weil sie blöd kucken. Adelige mit retardierten Topffrisuren. 

Trotz Trottelfilm echte Starbesetzung: Neben Dave Franco sehen wir John C. Reilly (STIEFBRÜDER) als dauerbesoffenen Abt und Nick Offerman (PARKS & RECREATION, WILL & GRACE) als rachsüchtigen Lord. Überaus aufreizend im Nonnenhabit: Alison Brie (COMMUNITY, MAD MEN), Aubrey Plaza (LIFE AFTER BETH) und Kate Micucci (Lucy in BIG BANG THEORY). Sogar Altstar Paul Reiser (ALIENS, STRANGER THINGS) gibt sich die Ehre.

 

Der Film lief als Rausschmeißer auf den Fantasy Filmfest White Nights 2018, an welcher Stelle er überaus Spaß machte. Wenn schon Trash, dann aber bitte ordentlich. So lässt der Film den ultimativen Abfuck vermissen. Die Wiedergeburt Satans oder zumindest ein bisschen Splatter hätten dem Film sehr gut getan.

Was bleibt, ist ein kleines, unchristliches Filmchen voller Unzucht und Kindereien.

Vom Regisseur von LIFE AFTER BETH. 

Bildquelle: imdb.com / indiewire.com