MACHO MAN 2

Deutschland, 2017 / 107 Min.

Regie: Davide Grisolia

Darsteller: Peter Althof, René Weller, Diana Herold, Bülent Babayiğit

Der Boxer Dani (René Weller) und der Karatekämpfer Andreas (Peter Althof) sind BFF. Als ihr Kumpel Markus von schmierigen Ganoven erschossen wird, setzt Andi die halbe Welt in Bewegung, um die Killer ausfindig zu machen. Hinter den Gaunern steckt jedoch ein mächtiges Organhandel-Verbrechersyndikat, das nicht mit sich scherzen lässt. Doch Andreas lässt nicht locker und fightet mit voller Power...

32 Jahre ist es her, dass in Nürnberg Filmgeschichte geschrieben wurde. Ein Boxer und ein Karatekämpfer legen ihre Differenzen beiseite, vereinen ihre Kräfte und sagen der Unterwelt den Krieg an. Was nach großer Kunst á la Spielberg oder Scorsese klingt, kam bei der breiten Masse wegen seiner billigen Produktionsweise, dem Bad Acting und dem unfreiwilligen Humor leider nicht so gut an. Eher wie die Trottel-Variante von GEBALLTE LADUNG. Eher wie ein schlechter Witz. Ein schlechter Witz, der sich aber durchsetzte und seine Fanbase fand. Denn trotz all dem Dilettantismus und den angebrachten Vergleichen zu HERKULES IN NEW YORK und DIE SUPERNASEN muss man MACHO MAN zugute halten, einer der besten (weil einzigen) deutschen Martial-Art-Filme zu sein. 

32 Jahre später: das Nürnberger Urgestein Peter Althof will es noch einmal wissen. "Ich bin a Nürnberger-Schweinebacke!" prahlt der Martial-Arts-Trainer stolz und liefert mit MACHO MAN 2 ein Actionepos voller Heimatliebe ab. Wie aber sieht das aus, wenn ein mittlerweile Ü-60-Jähriger einen Actionfilm dreht?

War es 1985 René Weller, der Verbrecher aufmischte und Weiber flachlegte, steht in der Fortsetzung Karatechamp Andreas, gespielt von Althof, im Zentrum des Geschehens. Dumme Sprüche, Sexismus und ein großspuriges Auftreten. Althof mimt die selbstironische One-Man-Army mit Bravour und erzeugt authentisches 80er-Jahre-Feeling. Wirkt der schöne René als hätte er damals beim Boxen ein paar zuviel auf die Mütze bekommen, streckt Althof das Bein immer hoch wie der Van Damme. Dazu fränkische Lässigkeit und fertig ist ein Haudegen, wie das deutsche Kino ihn dringend braucht. 

Weiber klarmachen kann Althof natürlich auch. In der weiblichen Nebenrolle: Diana Herold, die Sexbombe aus der BULLYPARADE, als blonde Versuchung "Schnuffi". 

In kleineren Gastauftritten untergebracht: Boxlegende Axel Schulz, der türkisch-deutsche Boxer Firat Arslan und der italienische Regisseur Ruggero Deodato (CANNIBAL HOLOCAUST). 

                          Andi: "Hey Glatze, halt die Schnauze, du blutest im Gesicht!"

                    Glatze: "Hä, wo?"

                    Andi: "Naja, jetzt noch nicht."

 

MACHO MAN 2 ist die einzig Art und Weise einer Fortsetzung, die dem Trashklassiker gerecht wird. Kein gekünstelter Klamauk. Kein Möchtegern-Trash. Keine reine Beweihräucherung des Originals. Einfach ein B-Movie, das Spaß macht. Und dabei trotz Laiendarstellern und Low Budget gar nicht so amateurhaft oder unprofessionell wie man meinen könnte. Zum Einsatz kommen heiße Schlitten (u.a. ein Hummer und ein Delorean), ein Hubschrauber und im Finale sogar ein Schnellbootrennen. Die Action bamst. Die Fäuste fliegen. Highlight: ein Kill mit einem Bobbycar. MACHO MAN 2 ist ein besserer Actionfilm als jeder Til-Schweiger-TATORT jemals sein wird und das obwohl – und nun zurück zum Tabuthema – die meisten Darsteller schon deutlich in die Jahre gekommen sind. Von altem Eisen aber keine Spur. Auch nicht von Alt-Herren-Sport. Im Gegenteil: "Old Folks kick Ass!" Die Extraportion Selbstironie macht's aus – Respekt!

Peter Althof und "Gangsterbuddy" Bülent Babayiğit

Peter Althof und "Schnuffi" Diana Herold

René Weller und Peter Althof

A: "Der geht der an die Wäsche!"

B: " Hopp, da gibt's wieder Dresche!"

 

Fazit:

Der fränkische EXPENDABLES – Allmächd!!!

Man munkelt die DVD erscheine bald. 

Brother from another Mother: