NEW NEIGHBOR

Japan, 2013 / 38 Min. 

Regie: Norman England

Darsteller: Ayano, Asami

Tokio. Megacity. Metropole der Perversionen, in der alle Gelüste möglich und auslebbar erscheinen. Mittendrin: eine keusch und sittsam lebende Sekretärin (Ayano). Anstelle sich vom einen sexuellen Abenteuer ins nächste zu stürzen, wartet sie auf den Richtigen. Täglich fühlt sie sich jedoch von ihrer übersexualisierten Umwelt bedrängt. Der notgeile Arbeitskollege macht obszöne Andeutungen. In der U-Bahn starren Männer in Sexhefte. Sogar die Mutter rät, sich einen reichen Schwanz zu angeln. Und dann auch noch das: nebenan zieht eine neue Nachbarin ein. Ein Vamp. Eine Männerfresserin. Eine Sexsüchtige, die einen Mann nach dem anderen durchzieht. Das dumpfe, rhythmische, sehr eindeutige Klopfgeräusch von Nebenan führt die Sekretärin in den Wahnsinn...

Der Kurzfilm NEW NEIGHBOR führt uns auf überspitzte Weise den Kontrast zwischen sittsamem und 

zügellosem Lebensstil vor Augen. Es geht um sexuelle Isolation und unterdrückte Gelüste. Die Großstadt als Katalysator für Einsamkeit und Frustration. Männer werden hier ausschließlich als 

sexistische, schwanzgesteuerte Schweine dargestellt, die nur das eine wollen. Da platzt Schauspielerin Asami (GUN WOMAN, MUTANT GIRL SQUAD) rein als fleischgewordene Versuchung. Ihrem Charakter wird die sexy Japanerin sehr gerecht. Zu ihrer Wohnungseinrichtung gehören eine Sexschaukel, eine Dildosammlung und der wippende Pimmel aus CLOCKWORK ORANGE. Die Faszination und sexuelle Anziehungskraft, die von ihr ausgeht, zieht auch die keusche Sekretärin in ihren Bann. Was zwischen beiden stattfindet, erinnert an eine Mischung aus 2LDK, GUILTY OF ROMANCE, Polanskis EKEL und FIGHT CLUB und enthält sowohl "Pinku"-, als auch Splatterelemente. 

Das Mediabook von Midori Impuls enthält als Bonusfilm „The iDol“ (50 Min.), ein früheres Werk von Regisseur Norman England (Darsteller: DEATH NOTE, HELLDRIVER). 

 

Fazit: 

Schlüpfriges Filmchen mit bitterbösem Finale. 

Bilder: © Copyright Midori Impuls