OUT OF THE BLUE

AT: DYNAMIT PUNK, EXPLODIERENDE TRÄUME / USA, 1980 / 

Regie: Dennis Hopper

Darsteller: Linda Manz, Dennis Hopper, Sharon Farrell, Raymond Burr

“Disco Sucks!” 

Cindy, genannt Cebe (Linda Manz, THE WANDERERS) ist eine junge Heranwachsende in der Provinz. Zu ihren Idolen gehören Elvis Presley, Sid Vicious und ihr Vater Don (Dennis Hopper). Don sitzt im Knast, weil er mit seinem Truck besoffen in einen Schulbus gerast ist. Nach seiner Freilassung wird es für Cebe nicht besser. Ihr Dad säuft wieder. Ihre Mutter Kathi (Sharon Ferrell) hängt an der Nadel. Das traute Heim ist geprägt von Alkoholexzessen, Wutausbrüchen und heftigen Streitigkeiten. Auch die Flucht in die Großstadt bringt Cebe nicht weiter… 

“Out Of The Blue And Into The Black…” – Neill Young 

Dennis Hoppers heimliches Meisterwerk. Neben seiner Karriere als Schauspieler versuchte sich das Multitalent auch als Regisseur. Werke u.a.: COLORS, THE HOT SPOT, sein am meisten herausragendes ganz klar, EASY RIDER. OUT OF THE BLUE kommt im Gewand einer dreckigen Independent-Produktion. Mit einfachen Mittel gedreht, dennoch wurde die Attitüde eines rebellischen Punk selten so glaubhaft und realistisch eingefangen und das ganz ohne Nieten, Piercings und Iro, sondern eher durch Außenseiter- und Eigenbrödlertum und die Tatsache im Leben nie eine Chance bekommen zu haben. Die Punker Mentalität „No Future!“ schwingt als trauriges, pessimistisches Banner über den Häuptern der Geschichte, perfekt untermalt von Neil Youngs titelgebender Antihymne.

Brother from another Mother:

Bildquelle: imdb.com / pantip.com

"Everybody left me. My Father left me. Johnny Rotten left me. Sid Vicious left me. And now you, the King, have to leave me.” 

 

OUT OF THE BLUE fängt die Hoffnungslosigkeit der Gescheiterten und Abgestürzten Anfang der 80er perfekt ein. Die abgeranzten Häuser, der Alkohol, die Jeansjacken. Dennis Hopper, der sturzbetrunken (zu damaliger Zeit vielleicht sogar echt) mit dem Bagger auf der Müllkipper herum gurkt. Authentischer Underground-Zeitgeist: Sehr schön der Besuch eines Konzerts der „Pointed Sticks”, einer Vancouver Punkband. Gewiss kein klassisches Coming-Of-Age-Drama, ganz bestimmt keines im Linklater’schen Sinne, dennoch vergleichbar mit Gus Van Sants MY PRIVATE IDAHO, SUPERMARKT oder Lemkes ROCKER. 

 

Fazit: 

„Hey Hey, My My, Rock ‘N' Roll Will Never Die!”