PHANTASM V: RAVAGER

USA, 2016 / 82 Min. 

Regie: David Hartman

Darsteller: Reggie Bannister, A. Michael Baldwin, Angus Scrimm,  

Reggie Bannister – seit nunmehr 37 Jahren auf der Jagd und auf der Flucht. Vor fast vier Jahrzehnten kam er: der Tall Man. Ein Shapeshifter und Dämon. Er plündert die Friedhöfe und versklavt die Toten. Sein Ziel: die Ausrottung der Menschheit und die Übernahme seiner Paralleldimension. Mit PHANTASM: RAVAGER, dem fünften Teil der Horrorsaga, soll die Reihe nun zu einem Ende gebracht werden. Kein leichtes Unterfangen für einen Film, der nie eine Handlung hatte, sondern nur fixe Elemente: den Tall Man, das summende Stimmgabel-Portal und die "Spheres", die fliegenden, messerbesetzten Silberkugeln.

 

Als B-Movie erblickte Teil 1 1979, im selben Jahr wie Ridley Scotts ALIEN und Fulcis WOODOO, das Licht der Welt. Trotz niedrigem Budget erlebte man ein kryptisches, wenngleich stimmungsträchtiges Schauermär, das mit seiner düsteren Atmosphäre in den Bann schlug. Fast zehn Jahre später und mit sichtlich mehr Budget ausgestattet erreichte uns Teil 2 1988 als poppiger, aber ebenso finsterer Horrorschocker. Die Story wurde erweitert. Ein paar offene Fragen wurden beantwortet. Es sind die beiden ersten Filme, die wohl am meisten zum Kult um DAS BÖSE, unter welchem Titel er in Hildes wilder Horrorshow auf RTL Plus lief, beitrugen. Mit Teil 3 (1994) folgte ein effektreicher Splatterfilm. Mit Teil 4 (1998) ein effektarmer, krampfhafter Versuch, den Plot rational weiter zu spinnen.

PHANTASM ist auch die Geschichte eines Familienunternehmens. In allen Filmen stand die gleiche Crew auf der Matte, angefangen bei Regisseur Don Coscarelli (BUBBA HO-TEP, JOHN DIES AT THE END), bis hin zu Oberbösewicht "Tall Man" Angus Scrimm, für den die Rolle des grimmigen, außerirdischen Leichenbestatters, mit welcher er so unzertrennbar verbunden ist wie Robert Englund mit der Figur des Freddy Krueger, zum

Brother from another Mother:

Mediabook, Blu-ray und DVD von Koch Media seit 26.Mai 2017 im Handel. 

Bilder: © Copyright Koch Media

Lebenswerk wurde. Allein die Tatsache, dass die Namen der Hauptcharaktere den realen Namen der Darsteller entsprechen (siehe Reggie Bannister), zeigt schon wie familiär und klein das Projekt zu Beginn war. Es spiegelt aber auch auf abstrakte Weise das Wesen der Filmreihe wider, welches stets zwischen Realität und Fiktion pendelt.

In Teil 5 gibt Regisseur und Drehbuchautor Don Coscarelli das Zepter der Regie aus der Hand und begnügt sich als Produzent. Auf dem Regiestuhl sitzt nun der Horror-unerfahrene David Hartman (TRANSFORMERS PRIME) und tritt ein schweres Erbe an. Seine Aufgabe ist undankbar, ja unlösbar. Die Saga will zu Ende gebracht und vor allem die Fangemeinde besänftigt werden. Bei einer Horrorreihe mit einer derartigen Kragenweite – uff!

Fazit:

Nur für Fans der Reihe und für Leute, die mit der Materie vertraut sind. Für eben diese aber unumgänglich.