Phantasmagoria

Deutschland, USA, Polen, 2017 / 70 Min. 

Regie: Cosmotropia de Xam

Darsteller: Rachel Audrey, Mari K

Cosmotropia de Xam – der Hohepriester des Witch House. 

In seinen psychotischen Werken SCHWARZE MESSE DES GEHIRNS, SUCCUBUS und AMACABRA war der Zuschauer komplett auf sich selbst gestellt, während der Verstand schmolz und auf den Teppich tropfte. In PHANTASMAGORIA hat das Logik liebende Hirn zumindest eine rudimentäre Rahmenhandlung, an die es sich klammern kann. 

Eine Reporterin aus den USA recherchiert in einer heruntergekommenen Geisterstadt im Ostblock. Risse in den Wänden. Vogelsterben. Die Bäume schreien vor Schmerz. Die Bewohner wirken krank und verängstigt. Irgendetwas scheint mit dem Trinkwasser nicht in Ordnung zu sein. Und in den Wäldern haust ein Monster. 

Verschrobene Kameraeinstellungen und Fischauge. Szenen laufen rückwärts. Telepatische Kontrolle in Grün und Weiß. Eine Nonne mit Strapsen macht Dehnübungen und züngelt ein Kruzifix ab. Eine blinde Frau mit einem Schäferhund (Hint!). Unglaublich aber wahr: De Xam wird immer besser. PHANTASMAGORIA ist ein Schlechtfest für die Psyche. Waren seine früheren Werke – Teufelsbeschwörung mit Strobogewitter – oftmals am Rande des psychisch und physisch

Zumutbaren, ist PHANTASMAGORIA nun endlich als Film zu bezeichnen. So fast zumindest. 

Gedreht wurde in den verfallenen Gassen von Lodz, Polen, an Originalschauplätzen von David Lynchs INLAND EMPIRE. Der Film kommt wie gewohnt in den obskursten und wunderschönsten Veröffentlichungen. Vom Jewel Case bis hin zu Betamax und VHS in Japan Design. Der treibende Soundtrack von "Mater Suspiria Vision" perforiert die Synapsen. Witch House und "Sad Rave". Ihn gibt es auf Kassette in der Mini-VHS-Box. Da hüpft das Sammlerherz. 

Teil 2 und der nächste Bänger, THE ASHES OF BETHLEHEM, sind auch schon erschienen. Und sein Buch mit Illustrationen und Artwork: THE ART OF OWLEYES. Wahnsinn!

 

Blasphemie zur Kunstform hochstilisiert

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