RIGOR MORTIS

Deutschland, 2003 / 67 Min. 

Regie: Timo Rose

Darsteller: Dan Van Husen, Andreas Pape, Ben Tewaag, Anja Gebel

Die Story ganz grob (lol, die ist auch wirklich ganz grob): Drei Leuten fällt, ohne dass sie es bemerken, eine CD mit einem wertvollen Computervirus in die Hände. Die rechtmäßigen Besitzer, eine Handvoll Gauner und Berufsschläger, hätten eben diese CD gerne wieder, was sie auch mit allen erdenklichen Mitteln versuchen durchzusetzen. Dies beinhaltet Folter, Folter und zwischendurch auch Folter...

Undergroundfilmer Timo Rose (MUTATIONS, UNRATED - THE MOVIE) auf den Spuren von HOSTEL. Und das noch vor HOSTEL!!! Die Rose unter den deutschen Amateursplatterfilmern zeigt sich in RIGOR MORTIS visionär, hatte damals 2003 aber noch nicht so ganz die Mittel beieinander, um einen optisch einladenden, sauber produzierten Streifen hinzuzaubern, weswegen das Ergebnis doch noch sehr Low-Fi wirkt.
 

Gleich zum Wichtigsten: dem Splatter. Hier rührt Splatterpapst Olaf Ittenbach (PREMUTOS, BEYOND THE LIMITS) höchstpersönlich das Latex an. Das Ergebnis ist saftig. Das Highlight wird leider vom DVD-Cover gespoilert. Einer Tussi wird ziemlich übel das Gesicht verstümmelt. Der Peiniger fährt ihr richtig fies mit dem Skalpell durchs Gesicht und schneidet ihr Ober- und Unterlippe ab. Das ist schon 'ne harte Nummer. Der restliche Gore fällt dann weitaus zahmer aus. Da gibt's ein paar Mal ordentlich mit dem Hackebeil auf die Rübe, aber das war's dann.


Wenn man derartig drastische und Detail freudige Gewalt nicht gewohnt ist, ist einem RIGOR MORTIS gewiss

eine Nummer zu hart. Wer im etwas extremeren, insbesondere im asiatischen Horrorbereich bewandert ist, der dürfte jedoch Krasseres gewohnt sein. Vergleiche mit Filmen wie ALL NIGHT LONG, MEN BEHIND THE SUN oder KICHIKU hält RIGOR MORTIS dann doch nicht stand. Aber allein der Vergleich ehrt ja bereits. 

 

Im Vergleich zu MUTATIONS und SPACE WOLF war bei Timo Rose damals ein deutlicher Leistungsanstieg festzustellen. Klopper wie KARL THE BUTCHER VS AXE sollten folgen. Und auf den CORPSE GRINDER bin ich immer noch gespannt.

Unter den Darstellern: Rose-Veteran Andreas Pape (GERMAN ANGST, KETTENSÄGEN ZOMBIES) - wie immer herausragend. Eher nicht so: Uschi Glas' Sohn Ben Tewaag, der sich hier wohl ein bisschen zu cool vorkommt. 

 

Fazit: 

Kurz und schmerzhaft. Harter, zeitlich überschaubarer Foltermarathon. Ohne Sinn und Verstand. Dafür mit Ben Tewaag. 

Bilderquelle: horrornews.net

Brother from another Mother: