SCHWARZE MESSE DES GEHIRNS

Deutschland, 2016 / 78 Min. 

Regie: Cosmotropia de Xam 

Darsteller: Alena Trucizna, Mari K 

Cosmotropia de Xam. Das fleißigste Bienchen des deutschen Experimentalfilms ist nach SUCCUBUS und DELIRIUM noch lange nicht müde und beschert uns einmal mehr Mindfuck, der an der Zirbeldrüse kitzelt. 

Ist es die Wirklichkeit oder ein Alptraum? Die Reise durch ein brennendes Gehirn? Zwei hübsche Hipsterdamen, die sich ähnlich sehen, aber verschieden sind. Die Eine mit Haaren so weiß wie Todesangst. Die Andere mit dicken Cara-Delevingne-Augenbrauen. Modebewusste Satanistinnen im MDMA-Paralleluniversum. Minirock und Pelz. Postapokalyptische Hexen auf einer metaphysischen Odyssee. Rückwärts gesprochene Sprache. Die Suche nach Gehirn in Schließfächern. Großstadt-Dystopie und U-Bahnhofsatmosphäre. Anlehnungen an Zulawskis POSSESSION. Farben wie bei Argento. Strobo wie bei Noé. Der Bass hämmert. Der Bildschirm flackert. Die Synapsen zappeln. Die Epilepsie-Warnung vor dem Hauptfilm ist berechtigt. 

SCHWARZE MESSE DES GEHIRNS ist eine verstörende Mischung aus TETSUO und BEGOTTEN, aus Witch House und Dark Trap. Kein Film, sondern eine Geisteskrankheit. Wenn David Lynch und Kenneth Anger raven gehen, kommt ungefähr so etwas dabei heraus. Das Gezeigte ist hart an der Grenze des Erträglichen. Nicht wegen Gewalt oder Tabubrüchen, sondern wegen Reizüberflutung aufgrund visueller Effekte. Wer beurteilt so etwas bitteschön als Gütesiegel? In Tokio wurde der Film jüngst mit dem "President Sade Award" ausgezeichnet. Wenn es also einer wissen muss, dann die Japaner. 

In Punkto Style macht de Xam wie immer alles richtig. Die streng limitierte VHS besticht, ebenso wie die Vinyl-Auskopplungen von Mater Suspiria Vision, mit betörendem Artwork im Japan-Design. 

Als Bonusfilm gibt’s den Schädelsprenger SMDG – THE CONFESSION oben drauf. 

 

Mind: fucked again.

Trailer:

Die VHS-Edition

Brother from another Mother: