SPIDERMAN: HOMECOMING

USA, 2017 / 133 Min. 

Regie: Jon Watts

Darsteller: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Marisa Tomei

„He’s Coming Home, He’s Coming Home, He’s Coming! Spidey’s Coming Home!!!” 

Sony und Marvel werden sich einig und lassen den Spinnenmann Teil des Marvel Cinematic Universe werden. Ist Spidey jetzt da, wo er hingehört? Definitiv. Die Verzweigungen mit anderen Superhelden wirkt stimmig. Musste Spidey in früheren Verfilmungen sein Kostüm noch selber nähen, ist jetzt klar: der Anzug stammt aus dem Hause Stark Industries und ist von Iron Man höchstpersönlich entworfen. Macht irgendwie Sinn. Die Gastauftritte des Blechmannes (Robert Downey Jr., NATURAL BORN KILLERS, SHERLOCK HOLMES) halten sich in Grenzen. Er greift nur ein, wenn Not am Mann ist, und überlässt ansonsten dem Rächer mit dem Spinnennetz die Bühne. 

Die größte Neuerung: Spiderman ist ein Teenager. Und ein Nerd. Das heißt Pickel, Hormone, Hausaufgaben, die erste Liebe, Rumgestammel und ganz viel dämliches Gebrabbel. Spiderman alias Peter Parker ist noch verdammt grün hinter den Ohren und labert wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der Andrew-Garfield-Spiderman ging schon etwas in die Richtung. Noch besser passen die Vergleiche zu DEADPOOL, wenn auch einer jugendfreieren Version davon. 
Der neue Spiderman-Darsteller heißt Tom Holland. Nein, nicht der Regisseur von FRIGHT NIGHT und CHUCKY - DIE MÖRDERPUPPE, sondern der 21-jährige, britische Jungschauspieler bekannt aus DIE VERSUNKENE STADT Z und NO TURNING BACK. So nervig und hektisch seine Teenager-Sprache zu Beginn wirkt, so bringt sie doch frischen Wind und innovativen Humor mit sich. 

Ähnlich flott wie das Mundwerk des Protagonisten präsentiert sich auch die Action. Der Film verliert keine Zeit mit Erklärungen, da Spidermans Werdegang ja bereits in CIVIL WAR abgehandelt wurde. Hochhausschluchten, Netzbomben, "Siri" als Bedienungsanleitung im Anzug. Dabei gewollt spaßbetont. So vermöbelt Spidey sogar Rabauken, die gerade Speiseeis im Kofferraum transportieren. Der neue Spiderman gibt sich weitaus weniger patriotisch als seine Vorgänger. Kaum New York spezifische Artefakte und kein Spinnennetz zwischen den Twin Towers, wobei letzteres ohnehin unangebracht gewesen wäre. Die Handlung spielt in Teenager-typischem Umfeld wie der Highschool. Der Zusatztitel bezieht sich vordergründig auf den im Film stattfindenden Schulball. Im Grunde handelt es sich aber freilich um eine Anspielung auf die „Heimkehr“ Spidermans zu seinen Wurzeln. 

Tobey Maguire hatte Kirsten Dunst. Andrew Garfield hatte Emma Stone. An der Seite des hühnerbrüstigen Spidermans sind die beiden aufstrebenden Chicks Laura Harrier (bald: FAHRENHEIT 451) und Zendaya Coleman (K.C. UNDERCOVER, SHAKE IT UP!), von denen man bestimmt noch hören wird. Michael Keaton (BATMAN, BIRDMAN, BEETLEJUICE) ist als Bösewicht im stählernen Vogelkostüm einfach göttlich und über jeden Zweifel erhaben. In weiteren Rollen: Marisa Tomei (THE WRESTLER, CRAZY STUPID LOVE), Jon Favreau (IRON MAN, VERY BAD THINGS) und Tony Revolori (GRAND BUDAPEST HOTEL, DOPE). Vom Regisseur von COP CAR und CLOWN. 

Fazit: 
Vielleicht der beste Spiderman ever. Jung und frisch.

Blu-ray und DVD von Sony Home Entertainment sind seit 23. November 2017 im Handel. 

Bilder: © Copyright 2017 Sony Pictures Home Entertainment