TLMEA

Deutschland, 2016 / 33 Min. 

Regie: Kevin Kopacka

Darsteller: Jonas Hofrichter, Cris Kotzen, HK DeWitt, Ufo361 

Während sein Erstling HADES auf namhaften Festivals (u.a. Cannes, Raindance, Generale) hohe Auszeichnungen sammelt und als Vorfilm für WE ARE THE FLESH im Filmrauschpalast läuft, hat der Berliner Filmemacher Kevin Kopacka bereits sein nächstes Projekt in den Startlöchern. TLMEA (ausgesprochen: "Tolomea") ist ein farbenprächtiger Trip in eine psychische Unterwelt. 

Eine nächtliche Drogenrazzia in einem abgefuckten Wohnblock. Darin: ein apathischer Kerl, der ausdruckslos vor sich hin starrt. Wer ist er? Ein Dealer auf Drogen? Ein Engel? Der Teufel? Zwei verdeckte Ermittler, rutschen, während sie den Verdächtigen ausquetschen, in eine alptraumhafte Parallelwelt, wo sie mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert werden. Die neun Kreise der Hölle müssen passiert werden. Die Cops zweifeln an ihrem Verstand. Und Minos fletscht die Zähne. 

Spätestens seit SIEBEN dürfte jeder mit Dantes DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE und den sieben Todsünden vertraut sein. TLMEA ist ähnlich, nur bildhafter. Der prägnante Einsatz von Kunstlicht erinnert an Filmkünstler wie Dario Argento und Gaspar Noé. Der hohe Grad an visuellen Störelementen aber eher an AMER und THE STRANGE COLOUR OF YOUR BODY'S TEARS. Im Vergleich zu dem Videoclip-ähnlichen Experimental-Shorty HADES bietet TLMEA mehr Handlung und sogar Dialoge. Die niederschmetternd triste Atmosphäre ist aber die gleiche. Sie weist darauf hin, dass wirklich jeder versteckte Leichen im Keller hat. 

Großartig als Minos, der Richter des Totenreiches, und Herr mit den Goldzähnen: der aufstrebende Berliner Rapper Ufo361 ("Ich bin 1 Berliner", "Scottie Pippen"). 

Teuflisch gut

Trailer:

Brother from another Mother: